Startseite Der Bismarckturm Ansichten Galerie Fest am Turm 2009 Fest am Turm 2014 Gedicht Über Bismarck Die Sanierung Über den Verein HQ Unterstützer Kontakt Impressum

Wir sammeln Ihre Geschichten und Erinnerungen zum Bismarckturm.

Wir freuen uns über alle Erinnerungsstücke, die das Altenkirchener Wahrzeichen mit Leben füllen.
Schreiben Sie uns, wir setzen uns gerne mit Ihnen in Verbindung.

Rund um den Bismarckturm

Oktober 2008 – Verse von Heinz-Ewald Becker

( 1 )

Zehn Vereine einst in unserer Stadt
den Bismarckturm beschlossen
zu bauen oben auf dem Dorn,
der Standort lag einstimmig vorn.

Der Bürgermeinung war so dann
zu ehren einen großen Mann,
nun ist er mit der Zeit gealtert
die Helfer müssen nochmals ran.

Vom Förderverein dereinst getragen
einen Bismarckturm das müsste geh`n
von Jacob Becker eine Planung
hoch über der Stadt da soll er steh`n.

Als Dank für einen großen Mann
Ließ die Stadt nun Jacob Becker ran
1914 der Grundstein ward gelegt,
der Bau beginnt das Gerüst es steht.

Die Bauabnahme ein Jahr später
aber Einweihung die fand nicht statt
das Kaiserreich mit Kriegsgeschrei
nur Bismarck, der war nicht dabei.

Der erste Weltkrieg hat begonnen
die Menschen voller Zuversicht
vier Jahre später Zeit verronnen
die Hoffnung nur ein kleines Licht

14 Meter hoch der Bismarckturm
mit Feuerschale ohne Feuer
14,000 Reichsmark er gekostet
aus unsrer Sicht doch gar nicht teuer.

Teuer hat das Deutsche Volk bezahlt
vier Jahre Krieg Ihm blieb nichts erspart
Millionen gingen in den Tod
nun arm, es gab kein „Täglich Brot“.


( 2 )

Die Zeit vergeht, sie heilt auch Wunden
Einweihung des Turmes steht nun fest
die Bürger haben sich gefunden
auf dem Dorn zu einem großen Fest

In der dritten Woche im Monat Mai
der Tag an dem es soll gescheh`n
die Menschen blicken stumm nach oben
wer kann den Zeitgeist noch versteh`n?

Ein Festtag soll es heute werden
das Feuer in der Schale glüht
der Frühling sendet seine Boten
und sagt, dass er die Zukunft sieht.

Alle richten ihren Blick nach oben
zur Schale auf dem Bismarckturm
ein kleiner Funke, dann ein Feuer
schon beginnt ein großer Feuersturm

Die Bürger falten still die Hände
denken an den großen Krieg zurück
wird heute sich das Schicksal wenden
wer führt zum Frieden uns zurück.

Die Menschen hungern Tage Wochen
die Arbeit wird versteigert heut
die Frauen haben nichts zu Kochen
Kinder weinen vor Erbärmlichkeit

Es kommen Jahre zum Verarmen
dass Geld zerrinnt ist nichts mehr wert
erst Verbluten dann Erbarmen
wer hilft uns, wer macht mit uns kehrt.

Sechs Millionen sind nun ohne Arbeit
wo bleibt Gott, wer gibt uns Brot
nur ein Messias kann noch helfen
wer nicht Essen kann, der ist Tot.

( 3 )

Die Turmeinweihung ist vorbei
dann ein Jahr später Hitlers Putsch.
Er rief, dass er Messias sei, kommt
ich helfe euch, kommt herbei!

Zu laut gerufen nun sitzt er fest
die Festung Landsberg ist sein Nest
nur 13 Monat und er darf gehen
Gefährlichkeit noch nicht zu sehen.

Keine Arbeit schlechtes Geld
wie lang wohl die Regierung hält
besetztes Rheinland schlechter Frieden
der Soldatenrat jetzt Ordnung hält

Wer Arbeit und Brot verspricht,
der ist doch nicht schlecht,
wer daran glaubt wird gefördert,
und denkt der Mann ist gerecht.

Nur wenige haben Bedenken
und sind der Zeit weit voraus
wer sie preis gibt und sich äußert
ist sehr schnell aus seinem Haus.

Hindenburg tritt den Rückzug an,
nach der Wahl ist Hitler der neue Mann.
So kommt 1933 die große Wende,
das Unheil mit dem bitteren Ende.

Lebensraum im Osten kündet er an
vor Offizieren der Deutschen Reichswehr
verspricht er sodann, gebt mir 4 Jahre Zeit
und die Wirtschaft wird erblühen.

( 4 )

Schon beginnen Stahl und Eisen zu glühen
die Wehrmacht marschiert ins Rheinland ein,
„Heil Hitler“ rufen nicht nur
die Menschen am Rhein.

Der Industrie hatte er fest versprochen,
in vier Jahren will ich kriegsfähig sein.
Diese Meinung ist Ihnen Millionen wert
Sie zahlen schnell und machen kehrt

Doch nun zeigt er sein wahres Gesicht
und geht mit dem Umfeld hart ins Gericht
wer nicht im Gleichschritt mit marschiert
wird zur Umerziehung abgeführt

Mit harter Arbeit bei Wasser und Brot
hält der Tod reiche Ernte ohne große Not.
Wer nicht Arier ist hat schlechte Karten,
kann täglich auf die Aussortierung warten.

Die Rüstung läuft auf vollen Touren
und hinterlässt überall ihre Spuren
Kreutzhacke, Spaten und Schaufel dazu
die Arbeitslosenzahl schrumpfte im nu.
..

Als Reichskristallnacht wurde sie bekannt
die Nacht zum neunten, elften, 38
die Feuerteufel damals unbekannt
waren dafür aber besonders fleißig.

Viele Tode waren zu beklagen
tausende verbrannte Synagogen dazu
30,000 verschleppte Juden ohne Namen
7500 zerstörte Geschäfte sind zu.

 

( 5 )

Österreich folgte freiwillig Hitlers Macht
das Erzgebirge nahm er sich bei Nacht.
Am 1.9.39 ist der Überfall auf Polen
Hitler und Stalin haben es gestohlen

Der 2te. Weltkrieg hatte begonnen
dass „Dritte Reich“ braucht jeden Mann
wie gewonnen so zerronnen
fünf Jahre später das böse Ende kam.

Bomben, Menschen und Granaten
die Welt war nahe dem Untergang
als plötzlich dann die Waffen schweigen
sucht fragend man den Übergang.

Es ist auf einmal still geworden
der Mai schenkt uns nun sattes Grün
die ersten Blüten Allerorten
und die ersten Knospen sind zu sehen.

Vögel zwitschern froh und munter
der Himmel ist doch nicht verbrannt
aus den Trümmern Kinderlachen
die Heimat fast nicht mehr erkannt.

Wurde ich heut neu geboren
oder habe ich nur Glück gehabt
Mutter fragen nach ihren Sorgen
Vater, liegt in einem fremden Grab.

Die Welt hält nun den Atem an
ein Trümmerfeld so weit man sieht,
Trauer schleicht in jedes Haus
auch wenn es liegend vor uns steht

Es beginnt ein Hoffen und ein Bangen
nicht jeder findet den Weg zurück
aus den Trümmern eines Hauses
schwindet oftmals auch das Lebensglück.

Die alte Heimat ging verloren
Hab und Gut liegt nun in fremder Hand
ein Neubeginn im zweiten Leben
mit lieben Freunden und Verstand.

( 6 )

Ich, der Turm hoch auf dem Dorn
Blicke über meine Stadt. Trümmer Trauer
Tod und Leben sie getroffen hat.
Wie kann ich helfen in der Not, nur mit Brot?

Nein, die Seele gebe euch Kraft und Mut
dann wird alles wieder gut nehmt das Herz
in beide Hände, dass alles sich zum Guten
wende, kommt zu mir dem Turm aus Stein

Ich möchte euer Beichtstuhl sein, lehnt
Kopf und Schulter bei mir an, ob Alter
Jugend Frau ob Mann, bei mir soll jeder
glücklich sein, bei mir dem Turm aus Stein

Zwei Kriege hab ich überstanden, die Zeit
danach verging im Flug, ich sah den
Aufbau auch mit Kanten, denn nicht jeder
Schritt war klug.

Doch der Frieden ist geblieben, und die
deutsche Einigkeit, alles andere ist nicht
wichtig, zählt nur zur Vergangenheit
und vielen Freunden ohne Grenzen.

Das Jahr 2000 ist überschritten.
Die Stadt meiner Liebe ist fast neu -
mein Mantel hat sehr stark gelitten
trotzdem bleib ich meinem Standort treu.

Zwei Kriege konnte ich überstehen,
auch wenn es rechts und links gekracht
ich konnte alles übersehen,
des Kaisers und auch Hitlers Macht.

Ich wünsche mir nur in alten Tagen
gebt mich wieder zur Besichtigung frei
erneuert meinen alten Mantel
und macht den Aufgang wieder neu.

Macht Feuer dann auf meinem Kopfe
feiert mit mir frank und frei -
früher hat es braun geschimmert
doch davon sind wir endlich frei.